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Kondukteur (Conducteur)
Conducteur nennet man einen in der Kriegs= und Civil=Baukunst Erfahrnen, dem die Aufsicht über die Arbeiter anvertrauet ist. Bauconducteure heißt derjenige Baubediente, welchem die Aufsicht über einen zu vollführenden herrschaftlichen Bau anvertrauet wird. (Krünitz)
Der rangmäßig zwischen einem Unteroffizier und Ingenieuroffizier befindliche Kondukteur war mit der Aufsicht der Ouvriers (Arbeiter), Bauleitung
und einfacheren Zeichenarbeit, wie z.B.. dem Kopieren der Pläne, beschäftigt.
Sie rekrutierten sich meist aus dem zivilen Bauwesen, Bergbau, Deichbau oder Chausseebau; sie wurden dort gleichfalls Kondukteure genannt. Die
Kondukteure konnten zu Offizieren aufsteigen; erst mit der Einrichtung der Ingenieurakademie 1788 entfiel die Notwendigkeit, den Nachwuchs der Ingenieuroffiziere solchermaßen auszubilden. Die Kondukteure werden
zuletzt 1787 in den Ranglisten des Ingenieurcorps erwähnt.
Mit der Reorganisation des Ingenieurcorps ab 1790 wurden die Aufgaben des Kondukteur durch die Fähnriche oder Subalternoffiziere des
Ingenieurcorps übernommen.
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