|
Den Ingenieuroffizieren fielen auch häufig kleinere Bauprojekte in den Garnisonen der Provinz zu, für die eigentlich
die Oberbaudeputation in Berlin zuständig gewesen wäre. Ihre Ausbildung als “Baumeister in Uniform” setzte sie in die Lage, auch öffentliche Bauten wie Kommandanturen, Magazine, Wachthäuser und Brücken zu planen und in der Bauausführung zu überwachen.
Hier ist auch zu berücksichtigen, daß die militärische Bauausbildung in Preußen erst ab 1775 von der zivilen getrennt wurde.
Aufgabe
An der Schiffsbrücke zu Graudenz soll im Jahr 1780 eine Zollstation zur Erhebung der Akzise erbaut werden. Hierfür ist ein Grundriß mitsamt
Fassaden zu erstellen..
Lösung
Architekturstudie nach dem Vorbild des französischen Architekten Ledoux: Ein zweigeschossiger Bau mit vorgesetzter Galerie in tuskischer Ordnung.
Darüber ein Tonnengewölbe und ein Fries mit Giebel in dorischer Ordnung. Die Gliederung der Fassade folgt den klassischen Regeln, d.h. von unten nach oben: Sockel - Basis - Schaft - Kapitell - Gesims - Architrav -
Fries - Gesims - Balustrade bzw. Blende
Halbperspektivische Darstellung der Fassade auf der Giebelseite.
Ergebnis
Ein sehr repräsentativer Entwurf, der noch nicht einmal in Berlin realisiert worden wäre, geschweige denn in der Provinz.
|